Architekt (Mag. arch.) Hermann CZECH (RG 1954) - ein anerkannter, kritischer Vorreiter

 CZECH_Porträt_220    Architekt (Mag. arch.) Hermann Czech (RG 1954), geboren in Wien, war von 1946 bis 1954 im Internat. Nach der Matura studierte er zwei Jahre an der Schule für Filmgestaltung (Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien), zugleich begann er ein Architekturstudium, zunächst an der Technischen Hochschule Wien, nahm 1958 und 59 an der Sommerakademie Salzburg bei Konrad Wachsmann teil und besuchte philosophische Vorlesungen an der Universität Wien. Später wechselte er an die Akademie der bildenden Künste in Wien zu Ernst A. Plischke, wo er schließlich 1971 diplomierte. Schon während des Studiums führte er Umbauten und Inneneinrichtungen aus und schrieb theoretische Aufsätze und Kritiken.

Von seinen Bauten sind besonders hervorzuheben: Umbau Palais Schwarzenberg, Wien 1984; Fußgängerbrücke im Wiener Stadtpark, 1987; Wohnbau Wien, Petrusgasse, 1989; Wohnbebauung Perchtoldsdorf bei Wien, 1994; Rosa Jochmann-Schule, Wien Simmering, 1994; Winterverglasung der Loggia der Wiener Staatsoper, 1994; Blockbebauung Wien Ottakring, 1997; Umbau Hauptgebäude Bank Austria, Wien (Am Hof), 1997; Restaurierung des ehemaligen Arbeitsamtes Wien-Liesing von Ernst Plischke, 1997; Hotel Messe Wien (siehe Bild rechts), 2005 Umbau Urbanihaus, Wien 2007; Wohnbau in der Mustersiedlung internationaler Architekten, Wien Hadersdorf, 2007.

  CZECH_Hotel Messe_300 

Viele kennen Czech als Architekt verschiedener Gastlokale: Kleines Café (siehe Bild rechts), 1970 und 1974; Wunder-Bar, 1976; Salzamt, 1983; Restaurant und Bar im Palais Schwarzenberg, 1984; MAK Café, 1993 (die beiden letzteren bereits wieder zerstört); Theatercafé, 1998; Gasthaus Immervoll, 2000 – alle in Wien; Gärtnerhaus-Bar im Seminarzentrum der Swiss Re, Rüschlikon bei Zürich, 2000; Weinhaus PUNKT, Kaltern (Südtirol), 2005.

Neben solchen Interventionen in kleinem Maßstab gibt es aber auch solche der Stadtplanung, manchmal aus Wettbewerben hervorgegangen: u.a. Kritischer U-Bahn-Netzentwurf für Wien (mit Friedrich Kurrent, Johannes Spalt, Hugo Potyka, Otto Steinmann), 1966; Wettbewerbsprojekt Donauinsel in Wien,

   CZECHKleines Café_300

1974; Wettbewerbsprojekt U-Bahn-Trasse Otto Wagner-Brücke in Wien (mit Heinrich Mittnik), 1982-83; Generelle Planung U-Bahn-Abschnitt U3-West (Stadt Wien), 1985-89; Städtebauliches Gutachten Oranienburg, 1993; Hochhausstudie Innsbruck (mit weiteren Autoren), 2001-02.

Czech gestaltete einige Ausstellungen: „von hier aus”, Düsseldorf 1984; „Wien 1938”, Wiener Rathaus, 1988; „Wunderblock”, Wien 1989; XIX Triennale di Milano, 1996; „Schubert97”, Wien 1997.

Auch weiterhin verfasste er kritische und theoretische Publikationen zur Architektur. Dazu gehören historische Forschungen sowie die Herausgabe von Reprints und/oder Übersetzungen zu Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Frank, Christopher Alexander.

Für seine Arbeiten erhielt er mehrfache Anerkennung: Preis der Stadt Wien für Architektur 1985; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 1997; Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Architektur 1998; Kunstpreis Berlin 2001; Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien 2007. Er lehrte als Gastprofessor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien 1985-86; an der Harvard University, Cambridge, USA 1988-89 und 1993-94; an der ETH Zürich 2004-07 und schließlich an der TU Wien 2008-09. Teilnahmen an der Architektur-Biennale Venedig gab es 1980, 1991 und 2000; Einzelausstellungen in der 9H Gallery, London 1987, im Architekturmuseum Basel 1996 und im Architekturforum Tirol, Innsbruck 1996-97.

Derzeit arbeitet Czech an einem Wohnbau „für mehrere Generationen“ in Stadlau, einem gemeinsamen Wettbewerbserfolg mit Adolf Krischanitz und Werner Neuwirth mit dem Bauträger EBG.

Anmerkung zu Strebersdorf: „Wenn schon eine katholische Erziehung, dann würde ich nachträglich eine jesuitische vorziehen. Die Frage z.B., ob man beim Beten rauchen darf, würde ein Jesuit umgekehrt stellen“.