Dr. Johannes Ditz (RG 1970), Bundesminister a.D., Aufsichtsratsvorsitzender der HYPO Alpe-Adria Int.

DITZ 300 

 

Dr. Johannes Ditz (RG 1970), Bundesminister a.D., Präsident der Julius Raabstiftung und Aufsichtsrats-vorsitzender der HYPO Alpe-Adria International, geboren am 22.06.1951 in Kirchberg am Wechsel, war von 1962-67 im Internat in Strebersdorf und besuchte dort die RG-Unterstufen. 1973 - 1978 absolvierte er das Studium der Volkswirtschaftslehre an der WU – Wien und promovierte zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Seine berufliche Laufbahn startete er im April 1978 in der Vereinigung Österreichischer Industrieller als Referent in der Abteilung Finanzpolitik. Ab 1984 leitete er in der Bundesparteileitung der Volkspartei die Abteilung Wirtschaftspolitik, wo er zahlreiche Reformkonzepte für Österreich durchsetzte: Steuerreformkonzept, Liberalisierungs- und Deregelurierungsstrategie, Privatisierungs-konzept.

Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit wurde er 1987 in das Bundesministerium für Finanzen als Staatssekretär berufen. Die Schwerpunkte der Steuerreform 1988 trugen seine Handschrift: Steuertarifreform inklusive Senkung des Spitzensteuersatzes von 62 auf 50 %; Reform der Körperschaftssteuer mit dem Einheitssteuersatz von 30 % statt 55 % bzw. 27,5 % für Ausschüttungen, KeSt-Einführung mit Endbesteuerung.

1988 wurde er Stellvertretender Generalsekretär im Österreichischen Wirtschaftsbund und zog als Abgeordneter in den Nationalrat ein. Als Stellvertretender Obmann des Finanzausschusses übte er wesentlichen politischen Einfluss aus und wurde so 1991 neuerlich Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen. Wichtigste Neuerungen: Abschaffung der Vermögenssteuer, Abschaffung der Gewerbesteuer, Neuordnung des Stiftungsrechtes und der Stiftungsbesteuerung.

Als Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten (1995/96) wirkte er maßgeblich bei den EU-Verhandlungen mit und verhandelte für die ÖVP die Sparpakete 1 und 2, die zur Sanierung des Öffentlichen Haushaltes führten.

1996 bis 1999 war er Generaldirektor-Stellvertreter der Post & Telekom Austria AG. Zuständig für Finanzen und Controlling leitete er die dringend notwenige Umstrukturierung ein: Aufbau eines funktionierenden Rechnungswesens; Aufbau adäquater Controlling-Strukturen für die Bereiche Post, Telekom und Bus; Strategische Partnersuche für 25,1 % der mobilcom AG (im Rahmen eines „controlled auction process“; Verkaufserlös ATS 8,4 Mrd.); Sicherung der Überlebensfähigkeit des Telekom Sektors durch rechtliche Trennung von der Gelben Post (Überzeugung der Gewerkschaften und der politischen Entscheidungsträger; Änderung des Poststrukturgesetzes); Partnersuche für Telekom Austria (Verkauf von 25,1 % um ATS 27,2 Mrd.); Verbesserung der Eigenkapitalrelationen der Gelben Post; Abbau der Schuldenlast der PTA und Erreichen der Gewinnschwelle.

Als Vorstandssprecher der ÖIAG (1999 bis 2001) übte er u.a. die Funktion als Aufsichtsratspräsident der OMV, VATech, Telekom, Post, AUA etc. aus. Auch hier setzte er als Reformer entscheidende Schritte für eine neue Wirtschaftspolitik in Österreich: Neufassung des ÖIAG-Gesetzes; Entwicklung des Privatisierungsprogrammes für Koalitionsverhandlungen; Durchführung der Austria Tabak Privatisierungen;
Privatisierung der PSK im Rahmen eines Versteigerungsverfahrens; Koordinierung und Durchführung des Börsenganges (IPO) der Telekom Austria; Verkauf der Bundesbeteiligung an der Flughafen Wien AG; Verkauf des Dorotheums und Lösung der Restitionsfrage im Zusammenwirken mit der österreichischen Bundesregierung; Zerlegung der Staatsdruckerei und Verkauf der Printmedia AG und des Sicherheitsdruckes.

Ab 2002 wirkt er als Lektor an der Universität Innsbruck.
2003 wurde er als Präsident des Aufsichtsrates der ESTAG – Energie Steiermark AG, 2004 als deren Vorstandssprecher und danach bis 2006 als deren Präsident, wieder mit schwierigen Aufgaben betraut: Restrukturierung des gesamten Unternehmens; Sanierung der Bilanzstrukturen durch umfassende
Neubewertung; Neuausrichtung des Beteiligungsportfolios.

Nach kurzer Tätigkeit als Vorstandssprecher von ATec Industries wurde er 2004 Consultant bei WWV-Partner Steuerberatungs GmbH, ehe er sich 2007 selbständig machte.

Zusätzlich übt er aktiv folgende Funktionen aus: Präsident der Julius Raab Stiftung, Leitung Zentrum für Soziale Marktwirtschaft, Mitglied des Präsidiums des österr. Wirtschaftsbundes, Aufsichtsrat Gebrüder Weiss AG, und ab 1/2010 Aufsichtsrat-Vorsitz HYPO Alpe Adria International AG.

Was hat ihm Strebersdorf für's Leben mitgegeben: „Freunde, die ich per Zufall heute noch treffe und die sich durch außergewöhnliche Hilfsbereitschaft auszeichnen. Die Anregungen im Bildungsbereich waren prägend, das Sportangebot super, leider kein Fußball bis zur 3. Gymnsasiumstufe. Das Internatsleben war nicht wirklich mein`s. Aber es hat mich in frühen Jahren Selbstständigkeit gelehrt. Man lernt früh sich zu behaupten und subjektiv schwierige Situationen zu meistern. Mich hat das Internat eher zum Individualisten als zum Gruppenmenschen geformt. Wettbewerbs- und Leistungsdenken sind mir geblieben und Schlafsäle sind mir noch heute ein Greuel. Ich habe nur die Unterstufe absoviert und durch die räumliche Distanz In der Folge Strebersdorf etwas aus den Augen verloren, aber Erinnerungen an die Au, einige "Wienabenteuer" und Fußmärsche rund um den Bisamberg in zweier Reihen sind geblieben“.