Dr. Kurt ALTMANN (GYM 1975), österr. Handelsdelegierter für Ägypten, Sudan, Äthiopien u.a.

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Dr. Kurt Altmann (GYM 1975), österreichischer Handelsdelegierter für Ägypten, Sudan, Äthiopien, Eritrea, Dschibuti und Somalia

wurde am 8.12.1956 in Wien geboren. Nach der 1975 im Neusprachlichen Gymnasium abgeschlossenen Matura studierte er an der Universität Wien Rechtswissenschaften und absolvierte parallel dazu eine Reserveoffiziers-Ausbildung.

1981 trat er in die Abteilung für Handelspolitik und Aussenhandel der damaligen Bundes- kammer der Gewerblichen Wirtschaft (jetzt Wirtschaftskammer Österreich, WKÖ) ein und wurde 1982 an die die österreichische Aussen-handelsstelle in Budapest versetzt, 1985 nach Algier und 1988 nach Sydney, von wo auch Neuseeland und die Pazifischen Inseln betreut wurden.

1992 ging es zurück in die Zentrale als stellvertretender Leiter des Referates für die Länder der ehemaligen Sowjetunion und Polen, wo er unter anderen die von Wirtschaftskammer Österreich organisierten Wirtschaftsmissionen in die Russische Föderation und in die Länder der GUS von Wien aus organisierte und betreute. Österreichische Firmen gehörten dadurch zu den ersten, die direkte Geschäftskontakte zu Stellen in Kiew, St. Petersburg und Almaty anbahnen konnten und sogar jahrzehntelang in der UdSSR gesperrte Orte wie Ishevsk, Tscheljabinsk und andere erstmals besuchen konnten.

1993 erfolgte die – im Zuge des plötzlich akuten Bürgerkrieges nicht umsetzbare - Ernennung zum Handelsdelegierten in Algier und 1994 in Amman mit Zuständigkeit für Jordanien und dem Irak. Unterlag der Irak nach dem Golfkrieg einem strikten UN-Embargo bot die Lockerung des Sanktionenregimes durch „Oil for Food“ eine legale Möglichkeit zur Wiederaufnahme der buchstäblich auf null abgebrochenen Geschäftsbeziehungen österreichischer Unternehmen, die historisch und weiterhin erhebliche Geschäftsinteressen im Irak verfolgen.

Dr. Altmann organisierte vor Ort Marktsondierungsreisen, Wirtschaftsmissionen und Messeteilnahmen für österreichische Unternehmen und im Jahr 2000 wurde sogar die Abhaltung einer Gemischten Österreichisch Irakischen Wirtschaftskommission mit dem damaligen Regime möglich und Österreich rangierte auf Platz 4 unter den OECD-Lieferanten des Irak. Organisatorische Highlights waren aber auch österreichische Staatsbesuche nach Jordanien und umgekehrt und die auch daraus resultierende Organisation wirtschaftlicher Kontakte und Firmenmissionen.

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v.l.n.r.: Vizepräsident Dr. Richard SCHENK (WKÖ), Emad TAYMOUR (Egypt Austrian Business Council), Diana ALTMANN, Dr. Kurt ALTMANN; bei einer vom Ehepaar Altmann gegebenen Abendveranstaltung anlässlich einer Wirtschaftsmission österreichischer Firmen nach Kairo (03/09).

Nach 2001 erfolgter Entsendung eines eigenen Handelsdelegierten nach Baghdad und Schliessung der Aussenhandelsstelle Amman 2002 übernahm Dr. Altmann die Leitung der Aussenhandelsstelle Damaskus und betreute von dort aus Syrien, den Libanon und weiterhin Jordanien.

Die Tätigkeit in den drei sehr unterschiedlichen arabischen Ländern zeigte die Volatilität der Region und die Notwendigkeit wirtschaftliche Kontakte und österreichische Projekte wiederholt neu zu beginnen und geplante Veranstaltungen (Missionen, Organisation des Wirtschaftsteils anlässlich von Staatsbesuchen) mehrmals neu zu organisieren. Spannend war die Cartoon Krise 2004 (Karikaturen des Propheten Mohammed) während des österreichischen EU-Vorsitzes. Da im Zuge von kurzfristig massiven Demonstrationen mehrere EU-Botschaften in Damaskus – auch in unmittelbarer Nachbarschaft des Wohn- und Bürogebäudes der Aussenhandelsstelle - in Brand gesteckt wurden, waren Dr. Altmann und seine mit Zwillingen unmittelbar vor der Geburt stehende Ehefrau samt Hauspersonal gezwungen, das Gebäude zweimal mit dem Notwendigsten zu evakuieren.

Im Herbst 2007 erfolgte die Übersiedlung nach Wien und Übernahme des Referates für Veranstaltungskoordination der WKÖ-Aussenwirtschaftsorganisation. Im Juli 2008 ging es wieder weg von Wien in Richtung Kairo und Übernahme der Aussenhandelsstelle in Kairo per September 2008.

Die Tätigkeit eines österreichischen Handelsdelegierten umfasst in erster Linie die Beobachtung des lokalen Marktes im Hinblick auf Exportmöglichkeiten österreichischer Unternehmen.

Daraus resultieren unter vielen anderen Aktivitäten die Herstellung von Geschäftskontakten, die wirtschaftliche Berichterstattung über die betreuten Länder, aber auch gezielte Beurteilung lokaler Firmen, die Veranlassung und / oder Organisation exportfördernder Veranstaltungen (Wirtschaftsmissionen, Marktsondierungsreisen, Informationsstände, Katalogausstellungen oder Gruppenbeteiligung an internationalen Messen), Interventionen bei lokalen Behörden, wie etwa Zollstellen oder bei Zahlungsverzögerungen lokaler Stellen, Beratung österreichischer Firmen entweder im Ausland oder in Österreich, Information über geplante Projekte, Unterstützung bei der Etablierung von Vertretungen oder Niederlassungen, Weitergabe von Hintergrundinformationen an österreichische Unternehmen, Beurteilung verschiedenster Anträge betreffend wirtschaftlicher Relevanz und Visainterventionen bei Geschäftseinladungen - bis zur Repräsentation und Durchführung verschiedenster Veranstaltungen für wirtschaftliche Zwecke und anlässlich offizieller Wirtschaftsdelegationen zu Hause.

Angesichts der Tatsache, dass etwa 35% des österreichischen Inlandsproduktes durch Exporte erwirtschaftet werden und damit ein sehr erheblicher Teil des österreichischen Wohlstandes, Firmenumsätze und nicht zuletzt Arbeitsplätze daheim durch Geschäfte im Ausland verdient werden, kommt der Förderung des Aussenhandels in einem an der Personenzahl gemessen kleinen Binnenmarkt wie unserem enorme Bedeutung zu.

Zu Strebersdorf: „Der Besuch der De La Salle Schule Strebersdorf lehrte mich den Umgang mit Kollegen, das Eingehen von Kompromissen aber auch deren Durchsetzung und systematisches Lernen. Ich erinnere mich gerne an Erzieher und Lehrer wie Bruder Oswald Milletitsch und Bruder Bruno Schmied und Professor Dr. Manfred Eder zurück.“